|
Die Wurzeln des heutigen Frankreich liegen im antiken Gallien. Im 2. Jahrhundert vor Christus unterstützte Rom aufseiten von Massilia (Marseilles), einer 600 vor Christus gegründeten griechischen Kolonie, den Kampf gegen die Barbarenstämme aus dem Hinterland - das Resultat war die Entstehung der römischen Provinzen im Jahre 121 vor Christus. Von 58 bis 50 vor Christus besetzte Caesar auch alle noch verbleibenden französischen Gebiete. Begünstigt durch die im Reich vorherrschenden Probleme und Unruhen marschierten ab 395 die Barbaren über die Alpen nach Gallien ein. In der Folge siedelten sich bis 418 die Franken und Burgunder westlich des Rheins an, während sich die Westgoten in Aquitaine niedergelassen hatten. Das Frühmittelalter war von der Regentschaft der merowingischen und karolingisch-fränkischen Dynastien (476-887) geprägt. Nach seiner Thronbesteigung konsolidierte der Merowingerführer Chlodwig (481-511) die Position der Franken in Nordgallien. Da Chlodwig überzeugt war, dass er seine militärischen Erfolge dem christlichen Gott verdankte, trat er zum Katholizismus über und sicherte den künftigen Frankenherrschern damit nicht nur die Unterstützung der katholischen Kirche, sondern auch des Großteils der anderen christlichen Länder. Durch den Aufstieg des Hauses Valois im Jahre 1328 wurde Frankreich zum einflussreichsten Königreich Europas: König Philipp VI. konnte enorme Steuereinnahmen verbuchen und riesige Heerscharen aufstellen, die ihren Gegnern stets überlegen waren. Seine diversen Höfe sicherten unterdessen seine königliche Vorherrschaft. Im späten Mittelalter hatten die französischen Könige dann jedoch alle Mühe, ihre Oberhoheit im Land gegen fremde Invasoren zu behaupten - und dieser Kampf schien trotz aller Vorteile auf französischer Seite bereits seit langem relativ aussichtslos zu sein. Der hundertjährige Krieg war ein im 14. und 15. Jahrhundert mit Unterbrechungen ausgefochtener Konflikt zwischen England und Frankreich, ausgelöst durch eine Reihe von Zwistigkeiten zwischen den Herrscherhäusern und natürlich auch die Frage des legitimen Anspruchs auf den französischen Thron. Der Wendepunkt in diesem Krieg trat 1429 ein, als die englische Armee gezwungen war, die Belagerung von Orléans wegen des Widerstands der Befreiungsarmee unter der Führung von Jeanne d'Arc abzubrechen. Ihre beharrliche Überzeugung, dass nur die Segnung in Reims den wahren König ausmachen könne, der von Gott auserwählt sei, motivierte die Truppen zu weiteren Siegeszügen, und so wurde Karl VII. im Juli 1429 in Reims feierlich zum König von Frankreich gekrönt. Bis 1453 blieb nur noch Calais in englischer Hand, das schließlich im Jahre 1558 ebenfalls wieder an Frankreich abgetreten wurde.
Mit der Thronbesteigung des noch unter Vormundschaft stehenden Kleinkindes Ludwig XIII. (1610-1643) war die Sicherheit des Landes erneut durch Auseinandersetzungen um den legitimen Thronanspruch bedroht. Die Rettung für Krone und Land wurde letztlich jedoch durch die kontroverseste Figur der Bourbonendynastie herbeigeführt: Armand-Jean du Plessis, Kardinal Richelieu. Er erwies sich als unermüdlicher Diener der französischen Krone, dessen Hauptinteresse der Sicherung der absoluten Loyalität gegenüber der Monarchie und der Förderung ihres internationalen Ansehens durch die militärische Vormachtstellung der königlichen Elitetruppen, nämlich der Musketiere galt. Unter der Herrschaft der letzten Bourbonenmonarchen entwickelte sich Frankreich zum industriellen und kommerziellen Zentrum Europas. Diese Entwicklung für sich genommen war zwar schon außerordentlich bedeutsam, bereitete darüber hinaus aber auch den Weg für einen weiteren bahnbrechenden Umbruch: die französische Periode der Aufklärung - das so genannte Zeitalter der Vernunft, ein kultureller Wandel, der auf dem Rationalismus, dem Empirismus und einem amorphen Konzept der Freiheit basierte und sich in den einflussreichen Werken des Schriftstellers Rousseau (1712-78) ausdrückte. Infolgedessen entwickelte sich das, was 1787 als Konflikt zwischen dem Königshaus und den Aristokraten begonnen hatte, zu einem Kampf nunmehr dreier Parteien, wobei sich "die Massen" sowohl dem Absolutismus als auch der privilegierten Oberschicht entgegenstellten. Der Sturm auf die Bastille durch die Bürger von Paris kennzeichnete in diesem Zusammenhang ein monumentales Ereignis, einen scheinbar gottgewollten Triumph des Volkes. Aber die Revolutionsbewegung degenerierte bald zu einer Herrschaft des Terrors und Chaos. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern gelang es Napoleon, dem Blutvergießen ein Ende zu bereiten, indem er die Freiheit des Einzelnen massiv einschränkte. Im extremen Kontrast zu den Idealen der Revolution war das napoleonische Regime vom Militarismus gekennzeichnet. Doch die revolutionäre Inbrunst der französischen Bürger war trotz Napoleons drastischer Maßnahmen ungebrochen und führte zu weiteren Aufständen in den Jahren 1830 und 1848, wobei Letztere zur Gründung der zweiten Republik und anschließend des zweiten Empires (1852-1870) führte. Nach der Niederlage im französisch-russischen Krieg wurde die dritte Republik gebildet - die auch noch über den 1. Weltkrieg hinaus Bestand hatte, dann aber 1940 angesichts der Invasion der Deutschen zusammenbrach. Der Ära der kurzlebigen vierten Republik (1947-59) folgte im September 1958 durch einen Volksentscheid dann schließlich die fünfte Republik.
In Civilization III gelten die Franzosen als industriell und kommerziell orientiertes Volk. Zu Beginn des Spiels verfügen sie über die Technologien Alphabet und Steinmetzkunst und besitzen bedeutende Boni im Hinblick auf die Durchführung von Baumaßnahmen und kommerziellen Aktivitäten. Siehe die zivilisationsspezifischen Fähigkeiten im Entwickler-Update für weitere Informationen zu diesen Boni.
 |
Zwar wird der Begriff "Musketier" häufig zur Beschreibung der mit Steinschlosspistolen bewaffneten Truppenformationen verschiedener europäischer Länder benutzt, im ursprünglichen Sinne ist damit allerdings die königliche Leibgarde gemeint, die unter Ludwig XIII. und Ludwig XIV. von Frankreich eingeführt und in dem berühmten Abenteuerroman von Alexandre Dumas verewigt wurde. Neben ihrer Funktion als Elitetruppe des französischen Königshauses betätigten sich die Musketiere auch als Ausbilder für junge Adlige. Sie unterwiesen ihre Schützlinge dabei nicht nur im Umgang mit den verschiedenartigsten Waffen, vom Degen bis hin zur Muskete, sondern brachten ihnen auch soziale Umgangsformen und Militäretikette bei. In Friedenszeiten dienten die Musketiere als persönliche Eskorte des Königs. Einer der Berater von König Ludwig dem XIII., ein gewisser Monsieur Treville, war seines Zeichens ein leidenschaftlicher Fürsprecher der Musketiere. Er galt als einer der schärfsten politischen Kontrahenten von Kardinal Richelieu, der seine eigene Garde unterhielt. Nachdem Treville wegen eines geplanten Attentats gegen den Kardinal im Jahre 1642 in die Verbannung geschickt worden war, verloren die Musketiere zusehends an Ansehen und Bedeutung. Schließlich wurden sie im Rahmen der Militärreformen, die nach dem Tode Ludwigs XIV. in Kraft traten, aufgelöst und in die Reihen der französischen Armee eingegliedert.
Der französische Musketier ist die verbesserte Version des herkömmlichen Musketiers. Wie bei der Kavallerie ist auch für die Errichtung des französischen Musketiers die Ressource Salpeter erforderlich. Aufgrund seiner erstklassigen Ausbildung besitzt der französische Musketier darüber hinaus einen zusätzlichen Angriffspunkt und stellt somit eine wertvolle Universaleinheit dar, die sich im Bedarfsfall gleichermaßen für Offensiveinsätze wie auch zur verteidigung von Städten gegen nahezu alle Arten von Angriffen eignet.
| |
Angriff |
Verteidigung |
Fortbewegung |
Standard Musketier |
2 |
4 |
1 |
Französischer Musketier |
3 |
4 |
1 |
|