Die Kultur stellt in Civ III eine sehr wichtige Spielkomponente dar. Sie beschreibt den allgemeinen sozialen Zusammenhalt innerhalb Ihrer Zivilisation sowie den philosophischen und künstlerischen Einfluss Ihres Volkes auf den Rest der Welt. Maßstab für die Kultur sind in Civilization III besondere großartige Bauwerke, die von Ihren Bürgern errichtet werden und nach ihrer Fertigstellung in Relation zu vergleichbaren Errungenschaften der anderen am Spiel beteiligten Zivilisationen gesetzt werden.
Der kulturelle Einfluss wird vor allem an der Ausdehnung Ihrer Grenzen sichtbar, betrifft aber auch die Art und Weise, wie Ihnen andere Zivilisationen in diplomatischen Verhandlungen begegnen. Darüber hinaus kann die Kultur auch ein entscheidender Faktor im Umgang mit eroberten Städten darstellen. Eins unserer Ziele bei der Entwicklung des Kultursystems war es, eine gleichwertige Alternative zum militärischen Vorgehen und zu den Eroberungsbestrebungen zu bieten. Wie die Elemente Diplomatie und Handel ist auch die Kultur so eng mit den wichtigsten Spielsystemen verbunden, dass ihre Vernachlässigung spürbare Konsequenzen nach sich zieht.
Die Kultur kennzeichnet Ihren Einfluss auf die umliegenden Gebiete Ihrer Städte. Je höher der Kulturwert einer Stadt, desto eher erreicht sie die nächste Kulturstufe, was wiederum zu einer Ausdehnung der Stadtgrenzen führt. Und je größere Gebiete Ihre Stadtgrenzen umfassen, desto eher können Sie schließlich in der Summe eine geeinte Zivilisationsgrenze bilden. Auch im Falle von Grenzstreitigkeiten spielt die Kultur eine entscheidende Rolle: Wenn zwei Städte gleich weit von einem Ressourcen-Geländefeld entfernt sind und die Ressource damit in das Stadtgebiet beider Städte fallen könnte, erhält die Stadt mit dem höheren Kulturwert den Zugriff darauf. Die letzte Besonderheit der Kultur: Eine kleinere Stadt, die an eine größere Stadt mit einem hohen Kulturwert angrenzt, kann manchmal ohne weiteres Zutun in die kulturell dominierende Zivilisation eingegliedert werden.
Andere Zivilisationen werden Ihnen in Abhängigkeit von Ihrem aktuellen Kulturwert unterschiedlich begegnen. Zivilisationen, die Ihre Kultur bewundern, werden beispielsweise eher bereit sein, diplomatische Verhandlungen mit Ihnen zu führen als Zivilisationen, die in etwa ein gleichwertiges kulturelles Niveau aufweisen. Durch einen kulturellen Vorteil verschaffen Sie sich also eine günstigere Ausgangsposition für erfolgreiche diplomatische Verhandlungen.
In Civilization III besitzt jeder Bürger eine eigene Nationalität. Wird eine Stadt von einer anderen Zivilisation erobert, so behalten die dort ansässigen Bürger dennoch ihre ursprüngliche Nationalität, während neue Bürger die Nationalität der erobernden Zivilisation haben werden. Hier ein Beispiel: Wenn die Griechen die Stadt Paris mit einer Bevölkerungsgröße von fünf Bürgern erobern, behalten diese fünf bereits existierenden Bürger ihre französische Nationalität. Alle neu hinzukommenden Bürger der Stadt werden jedoch die griechische Nationalität haben, so lange die Stadt der griechischen Zivilisation angehört. Solche ausländischen Bürger, wie in diesem Falle die Franzosen, können sich viele Runden lang der Eroberung durch die neue Zivilisation widersetzen. Die Dauer des Widerstandes steht dabei in Abhängigkeit von der Höhe des Kulturwertes ihrer ursprünglichen Heimatzivilisation gegenüber dem der erobernden Zivilisation. Widerständler leisten keinerlei Beitrag zur Produktion der Stadt und können zivile Unruhen auslösen.
In Extremfällen kann eine Stadt mit einer ausgeprägten Kultur ihre Eroberer auch erfolgreich bekämpfen und sich wieder ihrer ursprünglichen Heimatzivilisation anschließen. In den meisten Fällen werden die Widerständler sich jedoch schließlich irgendwann in ihr Schicksal fügen, die Arbeit wieder aufnehmen und damit wie die einheimischen Bürger zur Produktion der Stadt beitragen. Nach einer Weile können ausländische Bürger auch eingebürgert werden und damit die Nationalität der neuen Zivilisation, der ihre Stadt nun angehört, annehmen. Wie viel Zeit bis dahin vergeht, ist wiederum abhängig von den Kulturwerten der ursprünglichen Heimatzivilisation im Vergleich zu der Stadt, in der sie sich derzeit befinden, sowie von der aktuell eingesetzten Regierungsform. Kultur wird in Ihren Städten produziert. Die übliche Methode zur Erzeugung von Kulturpunkten ist der Bau von Stadtmodernisierungen wie Tempeln, Bibliotheken, Kolosseen, Gerichtsgebäuden und Kathedralen. Weltwunder und kulturelle Einrichtungen (die geringere Auswirkungen als die Weltwunder haben, dafür aber jeweils einmal in allen Zivilisationen errichtet werden können) generieren ebenfalls Kulturpunkte.
Jede Stadt produziert in Abhängigkeit von den vorhandenen Weltwundern und Stadtmodernisierungen eine gewisse Anzahl von Kulturpunkten (KP) pro Runde. Diese Kulturpunkte werden zu dem gesamten Kulturwert der Zivilisation hinzuaddiert, welcher den kulturellen Einfluss Ihrer Zivilisation seit Anbeginn der Geschichte beschreibt. Außerdem gibt es auch einen Altersbonus für kulturfördernde Gebäude. Je länger ein Gebäude in einer Stadt existiert, desto mehr Kulturpunkte generiert es pro Runde. Das bedeutet, wenn Sie zum Beispiel das Weltwunder Orakel in der Antike gebaut haben, kann es auch im Zeitalter der Moderne noch immer erheblich zur Kultur Ihrer Zivilisation beitragen, wenngleich seine vorrangigen Auswirkungen und Vorzüge in der Zwischenzeit bereits nicht mehr zum Tragen kommen. Wenn eine Ihrer Städte erobert wird, hat dies keine Senkung Ihres gesamten Kulturpunktestandes zur Folge, sondern beeinträchtigt den pro Runde erwirtschafteten Kulturzugewinn. Wird eine Stadt erobert, so erhält die erobernde Zivilisation keinerlei Kulturpunkte von den Gebäuden in dieser Stadt. Wenn die Stadt jedoch von ihrer ursprünglichen Heimatzivilisation zurückerobert wird, werden auch wieder Kulturpunkte generiert, allerdings gehen in diesem Fall alle vorher zutreffenden Altersboni verloren.
Hier ein Beispiel: Angenommen, Sie sind der griechische Herrscher und Ihre Stadt Athen beherbergt bereits seit 500 Jahren die wertvollen Hängenden Gärten. Dann könnten Sie aufgrund der Existenzdauer der Hängenden Gärten pro Runde insgesamt 50 Kulturpunkte hinzugewinnen. Nehmen wir weiter an, Sie erwirtschaften insgesamt weitere 15 Kulturpunkte für alle Ihre kulturfördernden Gebäuden. Wenn die Amerikaner die Stadt Athen nun erobern, erhalten sie gar keine Kulturpunkte von dieser Stadt, da alle innerhalb Athens existierenden Gebäude von den Griechen gebaut wurden. Erobern Sie als griechischer Herrscher die Stadt Athen später zurück, werden zwar wieder Kulturpunkte generiert, allerdings bringen Ihnen die Hängenden Gärten dann nur noch 20 Kulturpunkte pro Runde ein, weil der Altersbonus für die 500-jährige Existenz des Weltwunders nicht mehr zum Tragen kommt. Die anderen Gebäude würden außerdem nur noch 6 Kulturpunkte pro Runde beitragen.
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